History of the German Language (2018/2019)

Course code
4S002986
Name of lecturer
Stefan Rabanus
Coordinator
Stefan Rabanus
Number of ECTS credits allocated
6
Other available courses
Academic sector
L-LIN/14 - LANGUAGE AND TRANSLATION - GERMAN
Language of instruction
German
Period
II semestre dal Feb 18, 2019 al Jun 1, 2019.

Lesson timetable

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Learning outcomes

On successful completion of this module, students should be able to:
- illustrate key concepts of medieval culture;
- illustrate and exemplify the most important linguistic features of Middle High German, in comparison to Old High German on the one hand and New High German on the other;
- analyze Middle High German texts with respect to the phonological, morphological, syntactic and lexical level;
- translate simple Middle High German texts;
- interpret language change as result of the effect of general linguistic principles;
- demonstrate to have acquired knowledge in the history of publishing and printing in the German-speaking countries and in the relations between publishing history and language history (i.e., Lachmann's method of textual criticism, history of typographic norms that became part of orthographic norms);
- relate the reflection about language history to the recognition of the historicity of all expressions of human culture;
- present results in oral and/or written form (give a talk; write a paper);
- demonstrate good command of important resources in historical linguistics.

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Lernziele
Nach Abschluss des Kurses sollen die Studenten in der Lage sein:
- Grundkonzepte der mittelalterlichen Kultur zu erläutern;
- die wichtigsten sprachlichen Merkmale des Mittelhochdeutschen im Vergleich zum Althochdeutschen auf der einen und dem Neuhochdeutschen auf der anderen Seite zu erläutern und zu exemplifizieren;
- mhd. Texte in phonologischer, morphologischer, syntaktischer und lexikalischer Hinsicht zu analysieren;
- einfache mhd. Texte zu übersetzen;
- sprachhistorischen Wandel als Ergebnis der Wirkung genereller linguistischer Prinzipien zu interpretieren;
- den Erwerb von Kenntnissen im Bereich der Geschichte von Textedition und Buchdruck in den deutschsprachigen Ländern sowie deren Verbindung zur Sprachgeschichte nachzuweisen (zum Beispiel Lachmanns Methode der Textkritik und die Geschichte typographischer Normen, die später Teil der Orthographie wurden );
- mittels der Reflexion über Sprache die Geschichtlichkeit bzw. historische Wandelbarkeit aller Ausdrucksformen menschlicher Kultur einzusehen;
- Ergebnisse mündlich und/oder schriftlich zu präsentieren (Vortrag halten; Hausarbeit schreiben);
- erfolgreichen Umgang mit wichtigen Ressourcen der historischen Sprachwissenschaft zu zeigen.

Syllabus

The course will be taught in German. Please refer to the German-language course description for the outline of the course contents.

References
- Textbook: Wegera, Klaus-Peter/Schultz-Balluff, Simone/Bartsch, Nina (2016): Mittelhochdeutsch als fremde Sprache. Eine Einführung in das Studium der germanistischen Mediävistik. 3., durchgesehene und erweiterte Auflage. Berlin: Erich Schmidt.
- A detailed reference list will be published on the e-learning platform.

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Die Diachronie ist die vermutlich augenfälligste Dimension der Sprachvariabilität der natürlichen Sprachen und also auch des Deutschen. Im Studium der Sprachgeschichte wird aber auch deutlich, dass die verschiedenen Variationsdimensionen miteinander interagieren. So lassen sich frühere Entwicklungsstufen des Deutschen (zum Beispiel "Mittelhochdeutsch") nicht unabhängig von der diatopischen (räumlichen) und von der diaphasischen (stilistischen, textsortenbezogenen) Dimension betrachten, also: nicht einfach "Mittelhochdeutsch", sondern zum Beispiel "Mittelhochdeutsch der oberdeutschen Heldenepik". Außerdem muss beachtet werden, dass sich mittelalterliche Texte heute nicht in ihrer ursprünglichen Manuskriptform zeigen, sondern als Ergebnis der Textkritik des 19. Jahrhunderts. Zum Verständnis der sprachlichen Merkmale sind natürlich Generalisierungen unvermeidlich, sie müssen aber stets als solche benannt werden. Bezüglich der sprachlichen Merkmale hat sich das Deutsche einen wohldefinierten Anfangspunkt in der Zweiten Lautverschiebung. Zwischen Mhd. und Nhd. sind dann Entwicklungen v.a. im Vokalismus bedeutsam (Diphthongierung, Monophthongierungen, Kürzung und Dehnung von Akzentsilben, Reduzierung von Nebensilben und dergleichen). In der Nominalmorphologie sind Kasusnivellierung und Numerusprofilierung als wichtige Entwicklungstendenzen festzustellen. In der Syntax bilden sich die für das heutige Deutsch so typischen Klammerstrukturen nur langsam heraus. Der semantische Wandel erfolgt meist in Richtung einer Bedeutungsverengung bzw. Bedeutungsverschlechterung. Das Studium des Sprachwandels hat Relevanz für die theoretische Linguistik, weil sich im Sprachwandel Prinzipien für den Aufbau und das Funktionieren von Sprachsystemen allgemein zeigen (Stichworte sind hier zum Beispiel 'optimale Silbenstruktur', 'Analogie' und 'Frequenz').

Im Mittelpunkt des Kurses steht das Mittelhochdeutsche. Die Entwicklung von Übersetzungskompetenz auf Grundniveau nimmt breiten Raum ein. Mit dem Textstudium verbunden wird die Einführung in die uns heute in vielerlei Hinsicht fremde Kultur des Mittelalters: Wissen um diese Kultur erleichtert als "Kontext" wiederum das Leseverstehen. Die oben angesprochenen Sprachwandelphänomene sollen durch den Vergleich des Mhd. der behandelten Texte vor allem mit dem Nhd. herausgearbeitet werden. Andere Epochen der Sprachgeschichte werden am Rande behandelt.

Anmerkung: Der Unterricht findet auf Deutsch statt.

Bibliographie
- Lehrwerk: Wegera, Klaus-Peter/Schultz-Balluff, Simone/Bartsch, Nina (2016): Mittelhochdeutsch als fremde Sprache. Eine Einführung in das Studium der germanistischen Mediävistik. 3., durchgesehene und erweiterte Auflage. Berlin: Erich Schmidt.
- Eine umfassende Bibliographie wird auf e-learning publiziert.

Reference books
Author Title Publisher Year ISBN Note
Wegera, Klaus-Peter/Schultz-Balluff, Simone/Bartsch, Nina Mittelhochdeutsch als fremde Sprache. Eine Einführung in das Studium der germanistischen Mediävistik Erich Schmidt Verlag 2016 9783503170265

Assessment methods and criteria

- Students who regularly attend classes: oral presentation ("Referat") during classes (1/3) and written examination at the end of the course (2/3 of final grade).
-> "Referat": in-depth presentation of an aspect of the German-language history.
-> Written examination: translation of a short MHG text; description and explanation of linguistic features of MHG and of language-change processes in all subdisciplines of linguistics; illustration of key concepts of medieval culture; discussion of key concepts of textual criticism.
- Students who do not regularly attend classes: term paper (1/3) and oral examination (2/3 of final grade).
-> Term paper: in-depth elaboration of an aspect of the German-language history. Please contact the professor before the end of the classes in order to define the topic of the term paper.
-> Oral examination: translation of a short MHG text; description and explanation of linguistic features of MHG and of language-change processes in all subdisciplines of linguistics; illustration of key concepts of medieval culture; discussion of key concepts of textual criticism.

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Prüfungsmodalität
- Referat (1/3) und Klausur (2/3 der Gesamtnote).
-> Referat: vertiefte Darstellung eines Thema der deutschen Sprachgeschichte.
-> Klausur: Übersetzung eines kurzen mhd. Texts; Beschreibung und Erklärung von mhd. Sprachmerkmalen und Sprachwandelprozessen auf allen linguistischen Ebenen; Beschreibung wesentlicher Epochencharakteristika; Diskussion von Grundbegriffen der Textkritik.
- "Studenti non frequentanti" (Studenten, die nicht am Unterricht teilnehmen): Hausarbeit (1/3) und mündliche Prüfung (2/3 der Gesamtnote).
-> Hausarbeit: Vertiefung eines Thema der deutschen Sprachgeschichte. Bitte kontaktieren Sie den Dozenten rechtzeitig vor Ende der Unterrichtsphase, um ein Thema für die Hausarbeit ausmachen zu können.
-> Mündliche Prüfung: Übersetzung eines kurzen mhd. Texts; Beschreibung und Erklärung von mhd. Sprachmerkmalen und Sprachwandelprozessen auf allen linguistischen Ebenen; Beschreibung wesentlicher Epochencharakteristika; Diskussion von Grundbegriffen der Textkritik.

STUDENT MODULE EVALUATION - 2017/2018